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Tu Gutes

Dieser Eintrag stammt von admin Am 27.12.2010 @ 23:01 In Geschichten die das Leben schreibt | Keine Kommentare

Das mit dem Winterschlaf hat nicht geklappt. Wir Menschen sind wohl doch nicht so dafür geschaffen. Wer soll den auch bei dem Weihnachtsstress Ruhe finden. Aber jetzt sind diese Tage ja erstmal vorbei, war ja nur ein verlängertes Wochenende, aber dafür reichlich Schnee. Das zum Thema “weiße Weihnachten”. Sehr passend dazu ist der Artikel auf [1] www.Heideblick.de Habe mich köstlich amüsiert. Wie aus dem Leben gegriffen.
Jetzt noch ein paar Kleinigkeiten zum Jahresabschluss erledigen  und dann fängt alles wieder von vorn an, nur eben 2011 hinter dem Datum schreiben. Werde wie jedes Jahr Wochen brauchen, bis ich es auf Anhieb richtig schreibe. So ist dass eben, wenn man älter wird, was man ja auch im neuen Jahr erneut wird, och neeeee nicht schon wieder.
Nicht zu ändern, habe gehört geht jedem so.

Am Heiligen Abend in der Kirche sprach man viel von Nächstenliebe und halten alle zusammen und nehmt Euch bei den Händen und so. Hört sich immer schön an, aber was ist den wirklich darunter zu verstehen. Wie zeigt sich Nächstenliebe im täglichen Leben. Sind wir wirklich so uneigennützig und helfen den Schwachen in unserer Gesellschaft ohne eigene Vorteile daraus ziehen zu wollen? Es ist halt so, wo Reichtum ist, gibt es auch Armut, wo Freude ist, ist auch Trauer, wo Licht ist, ist auch Dunkelheit. Der ewige Kampf der Gegensätze, welche sich ja bekanntlich anziehen.
Nun genug philosophiert, jeder ist sich selbst der Nächste, ohne Fleiß kein Preis und ich als bekennender Atheist sollte lieber mehr auf die weltlichen Sachen achten.

Es ist mittlerweile 22:30 Uhr. Eine letzte Zigarette für heute treibt mich auf den Balkon, in die dunkle, kalte, verschneite Nacht. Über die Dorfstrasse sehe ich eine Gestalt ein schwachbeleutetes Fahrrad schieben. Um diese Zeit, bei diesem Wetter denke ich noch so, um natürlich gleich darauf zu schließen, dass dieser arme Kerl bestimmt von Arbeit kommt. Zielsicher schiebt er sein Fahrad durch hohe Schneewehen die Strase entlang. Ich gehe fröstelnd zurück in die warme Stube, nicht ohne einen letzten Blick des Bedauerns auf den einsamen Radfahrer (Fahrradschieber) zu werfen. Ich denke noch daran wie wir als Autofahrer über die zugewehten und glatten Strassen schimpfen, welche ein in Ohnmacht gefallener Winterdienst nicht in den Griff bekommt. Aber welche Schimpftiraden mögen erst aus seinem Munde zu diesem Thema kommen.
Am nächsten Nachmittag überhole ich auf der Bundesstrasse ganz vorsichtig einen älteren Radfahrer. Ob das der von gestern Abend ist denke ich noch so, muss mich aber auf die Strasse konzentrieren. Am Abend sehe ich ihn wieder, sein Fahrrad schiebend vorwärts bewegen, einen unbefestigten Weg am Rande des Dorfes, zu einem einzelnen Gehöft. Selbst schon Rentner besucht er seine Mutter jeden Tag im 5 km entfernten Seniorenheim erzählt man mir später, egal ob es regnet oder schneit, die Sonne erbarmungslos brennt und im Radio schon gewarnt wird, wegen Ozonbelastung und so. Nichts scheint diesem Mann daran zu hindern wahre Nächstenliebe zu tun. Ich bin schwer beeindruckt, es gibt sie also doch, die Menschen, die jeden Tag menschliches tun. So sei es auch in 2011.


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