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Dorffest 2008
Dieser Eintrag stammt von admin Am 29.7.2008 @ 01:05 In Geschichten die das Leben schreibt | Keine Kommentare
Der Tag nach dem Dorffest.
Völlig ko sitze ich auf dem Sofa und kann es kaum glauben. Wir haben es wieder einmal geschafft. Das Dorffest 2008 ist Geschichte. Meiner Meinung nach ein Erfolg, Dank der vielen fleißigen Helfer, dem hervorragenden Programm und der vielen Gäste. Mein Geist weigert aber weigert sich zu verstehen, daß alles schon vorbei sein soll.
Erst am Donnerstag haben wir das Zelt aufgebaut und am Freitag war Generalprobe. Schnell noch die letzten Besorgungen am Samstag Vormittag, Zelt schmücken, alles aufbauen, schnell nach Hause, duschen, umziehen, 13.30 Uhr Volleyballturnier, ein Spiel als Ersatz mitspielen, nach Luft ringen, Sonne von oben, unerträgliche Hitze, Durst. Nach Hause, duschen, unziehen, schnell, um pünktlich 19.00 Uhr wieder im Zelt zu stehen. Die letzten Probleme klären, aufgeregte Kinderfragen beantworten “Waaaruummm?”, aber Kinder nerven nicht, sondern sind unsere Zukunft, hab selber zwei davon. “Waaaarummm?”, frag meine Frau.
Mittlerweile 21.00 Uhr, das Zelt füllt sich nur langsam. Ich werde unruhig. Hoffentlich kommen noch welche, sonst waren die monatelangen Vorbereitungen unseres Teams, die ganze Mühe, die schlaflosen Nächte und die nach immer neuen Ideen suchenden Gehirnaktivitäten umsonst. Aber Punkt 22.00 Uhr ist das Zelt fast voll und es kann losgehen. Das Programm der Goßmarer Miezen, das Highlight. Ein super Programm , die Massen toben, Stromausfall, Sicherung gekommen, Waaaarrummmm?. meine Frau weis es auch nicht. Sicherung rein, Automat, tolle Sache, es geht weiter. 5 Minuten später, Stromausfall, die Nerven liegen blank, Fehler gefunden, “Was war es denn?”, sagen wir nicht. Life ist life. Programm ist zu Ende, jetzt das Feuerwerk, super tolle Sache, nach der 12 Batterie Fehlzündung, es geht nicht weiter. Fackeln bewegen sich hektisch und zünden die Reservezündschnur, es geht weiter und endet mit tollen Effekten planmäßig. 2,5 Minuten zu lange, die Genehmigung war nur für 15 Minuten ausgestellt, man möge mir verzeihen, ich erwarte meine gerechte Strafe. 3.00 Uhr Sonntag, in 6 Stunden sollen die Hähne krähen nun aber Schluss, das letzte Alkoholfreie Getränk, alles raus aus dem Zelt, schnell noch aufräumen und dann ab nach Hause. 4.46 Uhr, auf dem Sessel eingenickt, Bett lohnt sich nicht, kann meiner Frau doch nur noch 2,5 Stunden was vorschnarchen. 7.15 Uhr ich stehe quitsch vergnügt auf, bin ja schließlich top ausgeschlafen und erholt, setz mich an den Frühstückstisch und der neue Tag beginnt, viel zu zeitig. Egal, auf zum Hähne krähen. 16 Hähne sind da und was für Vögel. Ich lease (miete) mir einen. Nach einem sehr guten fachmännischen Auswahlsystem entscheide ich mich für einen sehr stolzen Hahn, der mich hoffentlich würdig vertritt. Sieht auch so zerknautscht aus wie ich, mußte wahrscheinlich auch viel zu früh aufstehen. Als mein geleaster Hahn nach ca 10 min immer noch völlig depressiv, von den Artgenossen durch ihr lautes Krähen demoralisiert, nicht über ein komisches gackern hinaus kam,welches die Schiedsrichter nicht als wettkampfregelferechtes Krähen werteten, verließ ich meinen Beobachtungsposten. 10.00 Uhr, der Wettkampf ist zu Ende, der Siegerhahn hatte fast 120 mal mehr in der Stunde gekräht als mein zukünftiger Broiler. Nicht ein noch so ärmlicher Kräher ist seinem krummen Schnabel entwichen. Na gut, dachte ich so bei mir, der Letzte kriegt ja immer noch die Axt, aber da noch so ein Vogel keinen Kräher von sich gab, Losentscheid, na ja nochmal Glück gehabt, den Hahn mein ich, hab auch die Axt nicht bekommen. Schnell zum Kranzstechen der Pferde, äh Reiter oder wie auch immer. Pferd zu kurz oder Reiter oder wie auch immer, es kommt keiner an die Ringe ran. Schnell Leiter, Querstange abgebaut, Aufnahme nach unten versetzt, Querstange rauf, Leiter weg, Ringe ran, Pferde Galopp, es passt. Siegerehrung. Pferd frißt Siegerkranz ganz nah an meinen Fingern entlang, sind Pferde eigentlich Vegetarier, läßt sich selbigen erst nach gutem Zureden umlegen.
Mittag, freu mich auf die versprochenen Linsen mit Knacker, es gibt Erbsen mit Bockwurst. Esse Steak mit Bratwurst, schnell nach Hause umziehen, “Waaaaruuuummmm?, bekleckert und die Hitze!!!! Blasmusiker spucken schon in ihre Blechdingers, kommt dann Musik raus. Zuckerwattestand einweisen, Spiele aufbauen, 2 Euro beim Kuhfladenroulett setzen, natürlich aufs falsche Feld, Kuh kackt einen halben Meter zu früh. Frauen machen Kaffeetafel mit Klasse Kuchen. Kaffepause. Wichtige Info per SMS: Auf dem Klo ist das Papier ausgegangen! Waaaaruuuummmm wohl. Kinder wollen Lose kaufen, jetzt gleich, wann kommt der Zauberer, wo gibs die Preise und wann. Lose! Ich riskiere mal 2 Euro, alles … . Ihr wißt schon. Auch eine Aufstockung des Einsatzes führte zu keiner Ergebnisänderung. Egal, man kann sich auch über das Glück anderer freuen (Zähne knirsch, noch gehts ja). Das Fest neigt sich dem Ende, Abschlußrede, Tschüß sagen, noch ein Getränk mit Freunden, aufräumen, 22.00 Uhr zu Hause, schlaaaaafen, ganz, ganz lange, nicht einschlafen können. Montag 9.00 Uhr, Zelt abbauen, alles einlagern für nächstes Jahr, merken wie hoch Querstange beim Kranzstechen sein muß, hoffe ganz stark das sich die Zahl in meinem Langzeitgedächtnis verirrt hat und nächstes Jahr den Weg nach draußen findet, wenn sie gebraucht wird. Im Kurzzeitgedächtnis ist sie jedenfalls nicht mehr auffindbar. Mittag ist alles vorbei.
Die letzten Utensilien verlassen den Platz. In vier Tagen wird das Zelt in Bornsdorf beim Dorffest stehen, den Organisatoren viel Erfolg dafür.
Ich gehe nochmal zur Feuerwehr und schaue ein wenig wehmütig auf den leeren Festplatz. Nur wenig erinnert noch an das Fest. Monatelange Vorbereitungen waren in 24 Stunden abgearbeitet, haben aber vielen Menschen Freude bereitet und ein wenig Ablenkung vom Alltagstrott gebracht.
Eine gelbes Stückchen Papier wird durch einen kleinen Luftzug erfasst und landet vor meinen Füßen. Ein letzter Gruß von meiner ach so erfolgreichen Lotterieteilnahme, eine Niete.
Na dann, vielleicht bis zum nächsten Jahr !?
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